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In letzter Minute gerettet
Die Villa Bernau stammt aus der Zeit, da besitzende Berner aus der Stadt gern die Sommermonate auf ihren Campagnes verbrachten. Viele dieser stattlichen Landhäuser sind verschwunden oder dienen längst einem neuen Zweck. Auch die Bernau drohte 1979/80 einem Einkaufszentrum weichen zu müssen. In dieser Zeit nämlich reichte ihr Besitzer, Dr. A. Wander, ein Baugesuch ein. Das Vorhaben stiess indessen bei der Waberer Bevölkerung auf breite Ablehnung (und gab, neben anderen Projekten, den unmittelbaren Anstoss zur Gründung der Arbeitsgruppe für Planungsfragen und Ortsbildschutz WAP). Im Einvernehmen mit dem Besitzer wurde daraufhin ein Alternativprojekt ausgearbeitet und im Herbst 1980 konnte der Gemeinderat von Köniz eine Abstimmungsbotschaft über einen Terrain-Abtausch verabschieden. Damit gelangte die Gemeinde in den Besitz eines Teils des Bernau-Parks, während Dr. Wander dafür auf der anderen Seite der Seftigenstrasse die gemeindeeigene Familiengartenparzelle erhielt, auf der heute das „Dorfzentrum“ u.a. mit Coop und Post steht.

Ziemlich genau zehn Jahre nach ihrer Rettung – Jahre, in denen die Villa für 1,5 Millionen Franken saniert wurde – nahm der Regierungsrat des Kantons Bern die Villa Bernau ins Inventar der geschützten Kunstaltertümer auf. Für den Unterhalt kommt die Gemeinde Köniz auf, die auch die Kosten für die Renovationsarbeiten getragen hat. Für den gesamten Betrieb – kulturelle Anlässe, Kurse, Vermietungen an Private – trägt der zu diesem Zweck gegründete Verein Bernau die Verantwortung.

Einst ein Sommersitz
Die zahlreichen früheren Besitzer der Villa Bernau bauten die Villa um und aus. Der allererste Bau, von Bellwald (Architekturatelier Bellwald) ins ausgehende erste Viertel des 18. Jahrhunderts datiert – etwa um 1730 – erscheint nämlich heute nur noch als Mittelteil in den beiden Längsfassaden. Er war als einstöckiger Pavillon mit Mansarddach gestaltet. Beim Bauherrn dieses Sommersitzes dürfte es sich um den Ratsherrn Anton Tillman gehandelt haben, von dem Werner Juker (W. Juker, Die Welt vom Gurten aus; Gute Schriften Bern, 1974) berichtet, die Franzosen hätten ihm später ein Pferd, eine Equipage und 200 Kornen gestohlen.

In einem Zehntenplan von 1796 findet sich dieser Kernbau eingezeichnet – er gehörte aber jetzt dem Seidenfabrikanten Christian Daniel Kurz von Utzigen, der seine Liegenschaft nicht nur durch Ankäufe angrenzender Grundstücke arrondierte, sondern auch das Haus selber um die Jahrhundertwende dem Zeitgeschmack anpasste und nach Südosten erweiterte. Seine Erben veräusserten die ganze Besitzung 1824 an den Geometer und Sappeur-Hauptmann Friedrich Niklaus Lüthardt. In dessen Zeit als Bernau-Besitzer wurde 1831 die Zugehörigkeit Waberns zur Einwohnergemeinde Köniz festgelegt.

Lüthardt übergab die Villa nach zwanzig Jahren an Friedrich Kocher von Bern und Büren, Eisennegotiant in Bern. Zur Verschönerung der Gartenanlage liess dieser einen Springbrunnen bauen, der sein Wasser aus einer Quelle im Gurtenwald bezog. Auch der nächste Besitzer, der Bankier Ludwig Schmid, veränderte das Gesamtbild: Er liess jene Gebäude abbrechen, die seinerzeit durch die Arrondierung dazugekommen waren.

1866 ersteigerte der Chemieprofessor Dr. Valentin Schwarzenbach aus Rüschlikon die Villa. Wahrscheinlich waren es die Ansprüche dieses Eigentümers, denen die klassizistische Veranda in der Südwestecke nicht mehr genügte; jedenfalls wurde sie – möglicherweise um 1870/80 – abgebrochen und in annährend doppelter Grösse als Säulenperistyl neu errichtet.

Wanders Jahrhundert
1890 schliesslich verkaufte die Witwe Schwarzenbach ihr Landgut einem damaligen Mitarbeiter ihres verstorbenen Mannes, dem Chemiker Dr. Georg Wander, dem Gründer der gleichnamigen Firma. Unter dessen Sohn Albert erhielt die Villa Bernau im wesentlichen ihr heutiges Gesicht. Der einstige Sommersitz mauserte sich endgültig zu einem ganzjährig benutzten Wohnhaus – dies eine Entwicklung, die für viele bernische Landsitze bezeichnend ist: Aus einem einfachen Baukörper wird ein mehrteiliger Baukomplex.

Man brach die Nordwestfassade ab und hier entstand ein völlig neuer, zweistöckiger Trakt. Auch im Innern gab es Veränderungen. U. Bellwald: „Die repräsentativen Räume im Erdgeschoss erhielten eine völlig neue Ausstattung in aufwendigen Neubarockformen. Vom Régence (Korridor Obergeschoss) über das Louis XV (Westsalon Erdgeschoss) bis zum Louis XVI (Zimmer Erdgeschoss im oben erwähnten West-Anbau) sind dabei alle Stilstufen berücksichtigt worden, die den Bau der Villa Bernau geprägt haben“.

Die Verdienste der Familie Wander gehen weit: Dr. Albert Wander setzte sich als Schulkommissionspräsident für Dorf und Schule ein und stiftete den Kindergarten Gurtenbühl und das Ferienheim Weyermoos. Seine Erben verkauften „in entgegenkommender Weise“ zwei Grundstücke an die Gemeinde Köniz (u.a. heute Schulhaus Wandermatte), die Katholische Kirchgemeinde erhielt den Boden zum Kirchenbau. Das verbliebene Kernstück des Gutes übernahm Dr. Georg Wander-Thormann und pflegte es mit Sorgfalt. Der letzte in der Generationenfolge war Dr. Albert Wander-Schmid.

Ein buntes Areal
Heute bietet die Villa ein reichhaltiges Angebot an Kursen und kulturellen Veranstaltungen. Im Erdgeschoss befindet sich ein Bistro und die Räumlichkeiten können für Privatfeste gemietet werden.

Auf dem Bernau-Areal haben nebst dem Verein Bernau die Spielgruppe, die Ludothek, die Kindertagestätte, die Tagesschule, der Jugendtreff und die Brockenstube des Frauenvereins ihren Platz.



AKTUELL


SOMMERPAUSEN:

Büro
Mo, 17. Juli bis & mit Mo, 2. August

Bistro
Mo, 17. Juli bis & mit Mo, 14. August

Eltern-Kind-Treff
bis Di, 1. August


Bilder vom Strassenfest

Freie Kursräume in der Bernau!


nächste freie
Mietdaten für Privatfeste:


Sonntag, 6. August
Sonntag, 13. August
Sonntag, 20. August (ab 13.00 Uhr)
Freitag, 15. September
Sonntag, 17. September
Freitag, 29. September
Samstag, 30. September

 

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